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Dienstag, 23. August 2016

Rund um die Geburt



  
Geburtsvorbereitung

Es gibt einiges zu beachten, wenn ihr in die Phase kommt, in der es langsam losgehen kann. Ab der SSW38 sollten die folgenden Dinge also geklärt sein, da es sonst zu Problemen und zu vermeidbarem Stress kommen kann. 
Investiert also eine halbe Stunde, um über folgende Punkte nachzudenken.

Vor der Geburt

Wie verhindere ich, dass Veränderungen mit dem Kind assoziiert werden?
Wie bereits im Beitrag "In der Schwangerschaft" beschrieben, gibt es einige Dinge zu beachten. 
Ich denke, die wichtigste Grundregel, die man in der letzten Phase der Schwangerschaft immer im Hinterkopf haben sollte, wenn es um den Umgang mit dem Hund geht ist: Das einzige was sich nach der Geburt ändern darf ist - das Kind! 

Und das kann für den Hund schon eine ganze Menge sein. Was ich damit sagen möchte, es macht wenig Sinn, wenn der Hund sich mit dem Einzug des neuen Erdenbürgers an einen Haufen neuer Regeln gewöhnen muss, die vermutlich wenig positiv für ihn sind. 
Diese Regeln müssen also möglichst früh eingeführt werden. Genauso muss euer Hund verstehen, dass er nicht immer die volle Aufmerksamkeit von euch bekommen kann. Sei es beim Essen, auf der Couch oder beim Gassi-Gehen. Übt möglichst früh, dass Herrchen und Frauchen auch mal keine Zeit haben einen Ball zu werfen und zu gucken, wie süß Hund gerade ist.

Es verändert sich aber noch eine ganze Menge mehr im Leben des Hundes mit Einzug eines Kindes. Man denke nur an die ganzen neuen Möbel und alles was das Kind so mitbringt. Auch hier gilt Gewohnheit ist alles. Baut Kinderbett und Wickeltisch schon möglichst früh auf. Auch der Kinderwagen gehört ab jetzt zu eurem Leben und auch zum Leben des Hundes. Stellt ihn also schon einmal in den Flur oder wo er auch später stehen wird. Nehmt ihn vielleicht sogar schon einmal mit auf eine Gassi-Runde. Das alles kann nicht schaden, den Hund an die neuen Dinge in eurem Haushalt zu gewöhnen.
Wichtiges Thema sind auch hier wieder die Tabu-Zonen. Bei uns war das erstmal das Schlafzimmer, weil hier das Baby erstmal schlafen sollte. Hierzu ein kleiner Exkurs, wie bei uns die Entwöhnung funktioniert hat.

Exkurs - Bettentwöhnung
Hundebett vor verschlossener "Tür"
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es unglaublich schwierig ist, den Hund von Dingen, wie dem Bett oder anderem zu entwöhnen solange das Kind noch nicht da ist. ABER es ist so wichtig und es funktioniert auch wirklich leichter, als man sich das vorstellt. (Meine Erfahrung) Wir haben das in mehreren Schritten gemacht. Erst kamen die Jungs abends in ihr Körbchen vor dem Bett. Morgens ist man dann mit den Hunden im Bett wieder aufgewacht. Alles gut.
Das Körbchen wanderte dann alle paar Tage ein Stück weiter in Richtung geöffneter Tür. 
Irgendwann war das Körbchen draußen. Die Besuche am Morgen blieben. Kein Problem. 
In die offene Tür kam dann ein Babygitter, ab da war das Schlafzimmer auch tagsüber tabu. Von nun an sind wir morgens aufgestanden und haben die Hunde nicht zu uns geholt, sondern haben uns nochmal 10 Minuten mit ihnen auf die Couch im Wohnzimmer gelegt. So blieb die morgendliche Routine und ganz unmerklich war das Schlafzimmer hundefrei. Es gab kein Jaulen, keine Einbruchversuche kein Kläffen.
Das Ganze hat natürlich einige Zeit gedauert. In zwei Wochen ist das nicht getan (war bei uns zumindest so).

Wo bleibt der Hund, wenn es losgeht?
Das ist eine wirklich wichtige Frage, weil die entsprechende Person 24 Stunden abrufbereit sein muss. Es kann sein, dass es mitten in der Nacht bei euch losgeht oder auch Montag früh um 6. Da darf es kein "jetzt ist schlecht" oder "Vielleicht in einer Stunde" geben. 
Im besten Fall habt ihr jemanden, dem ihr einen Schlüssel für eure Wohnung/euer Haus anvertrauen könnt. Geht es dann los ist die Reihenfolge der Telefonate: 
- Klinik anrufen und ankündigen
- Hundesitter anrufen und einbestellen
- Anrufen wer sonst noch informiert werden soll

Verabschiedet euch ganz normal bei eurem Hund und fahrt in die Klinik. Euer Hundesitter kann dann gemütlich zu euch fahren und den Hund holen oder bei euch bleiben. Je nachdem. Ideal ist hier natürlich ein Nachbar, den euer Hund eh schon kennt. So verändert sich für ihn am wenigsten. Die Umgebung bleibt gleich und das Umfeld auch. Es kommt noch genug Umstellung auf ihn zu.
Wichtig bei der Wahl eures Hundesitters ist auch zu bedenken, dass dieser den Hund bis zu vier Tage beaufsichtigen muss. Eine Geburt kann lange dauern und es folgt die Zeit im Krankenhaus - bis zu drei volle Tage.

Nach der Geburt
Vermutlich werdet ihr eine Weile im Krankenhaus sein. So eine Geburt kann sich ziehen und die meisten bleiben auch die ersten Tage zur Sicherheit noch stationär. Aber egal ob 12 Stunden oder vier Tage, für euren Hund werdet ihr eeeeewig weggewesen sein. Natürlich ist es möglich, dass der Vater zwischendurch immer mal wieder nach Hause kommt und den Hund sieht, aber er wird kommen: Der große Tag der Zusammenführung. Aber STOP! Schon vorher könnt ihr etwas für eine langsame und positive Gewöhnung an das Kind tun.

Der Windeltrick
Das ist so eine Geschichte mit den Mythen. Immer wieder liest man, vom Windeltrick. Und zwar sehr kontrovers. Wir widmen diesem sogar einen eigenen BLOG-Artikel. 
Neben diesem gibt es aber tatsächlich auch andere Möglichkeiten euren Hund auf das neue Familienmitglied vorzubereiten. Und zwar ganz im Sinne des Windeltricks. Nur ohne Windeln. Und das da gar kein Trick dabei ist. 
Euer Baby ist neu für euren Hund. Das bedeutet, neue Gerüche, neue Geräusche und geteilte Aufmerksamkeit. All das könnt ihr wirksam bekämpfen. 
Und zwar so:

Für die Gewöhnung an den Geruch kann, Man(n) eigentlich nicht viel mehr tun, als ab und zu nach Hause zu fahren und mit Hundi zu kuscheln. Er wird eh nach dem Baby riechen. Wer auf Nr. Sicher gehen will, nimmt einfach einen Strampler oder ein Jäckchen (getragen) vom Baby mit und trägt es am Körper. Bitte den Hund nicht damit spielen lassen. Ziehspiele mit Babyhose können mächtig nach hinten losgehen, wenn nachher ein Baby in der Hose steckt. 

Geräusche lassen sich heutzutage super aufnehmen, mit dem Handy oder sonst wie. Genießt also eine Schreiorgie eures kleinen um Jacques Cousteau mäßig Aufnahmen von dieser neuen Spezies zu machen. Diese einfach beim nächsten Besuch zu Hause in einer ruhigen Situation abspielen, gern auch schön laut. Über die Anlage oder sonst wie. Dabei ganz unaufgeregt weiter mit dem Hund spielen, kuscheln oder ihn einfach mal links liegen lassen. Alltag eben. Das Geschrei gehört ab jetzt dazu. 
Wiederholt das in regelmäßigen Abständen. Gerne könnt ihr auch unterschiedlich "Schreiproben" dabeihaben. :)

Und die geteilte Aufmerksamkeit habt ihr ja hoffentlich bereits vorher schon geübt! ;)
Und damit solltet ihr eigentlich gerüstet sein für den großen Tag.

Der große Tag: Hund und Baby treffen aufeinander  
Ich persönlich gehöre nicht zu den Angstmachern, die den Hund so sehen, dass dieser bei der ersten Gelegenheit das Kind fressen würde.
Aber auch aus Respekt dem Hund gegenüber, würde ich für den ersten Kontakt zwei Varianten empfehlen.

1. Wenn ihr das erste Mal zu dritt nach Hause kommt, überlegt, ob nicht hier vielleicht der erste Fehler gemacht wurde. Eventuell solltet ihr nicht zu dritt, sondern zu vier nach Hause kommen. Hunde sind sehr territorial, ein Überfall mit schreiendem Kind im Arm ist eventuell zu viel für ihn. Trefft euch doch einfach draußen. Das Kind lasst ihr im Kinderwagen, so hat Frauchen die Hände frei, um euren Hund nach der Ewigkeit der Abwesenheit gebührend zu begrüßen. Macht einfach eine kleine Runde als Familie. Das Neugeborene wird euer Hund sofort riechen und den Geruch mit schönen Stunden mit Papa auf der Couch assoziieren. Vielleicht schreit das Kleine auch - alles bekannte Dinge für den Hund.
Wenn ihr nach Hause kommt, kennt euer Hund bereits sein neues Geschwisterchen. Gebt ihm Zuhause noch eine Weile um sich zu beruhigen. Dann können die zwei einander vorgestellt werden.

2. Und damit sind wir bei der zweiten Variante. Wenn ihr wirklich zu dritt nach Hause kommt. Bedenkt, dass Frauchen frenetisch begrüßen werden dürfte. Sie sollte also die Arme frei haben. Das Kind kann Papa tragen oder auch der Kinderwagen. Auch hier gilt, macht ganz langsam, dem Hund muss nicht innerhalb der ersten 10 Minuten das Kind präsentiert werden. Kommt an, wie ihr immer ankommen würdet. Macht alles ganz entspannt - dann entspannt sich auch euer Hund. Legt die Jacken ab, macht es euch bequem und setzt einen Tee auf. Füttert euren Hund, spielt mit ihm oder macht den Fernseher an ... macht also all das, was ihr ohne Kind auch tun würdet. Das Kind kann im Kinderwagen bleiben oder in sein Kinderzimmer gebracht werden. Muss es gewickelt werden, dann wickelt es. Alles, wie das Normalste auf der Welt. 
Wenn sich euer Hund sichtbar beruhigt hat, dann könnt ihr die zwei zusammenführen - ich würde mir hier mindestens eine halbe Stunde Zeit lassen.  

Trotz allem gilt! Hund und Kind sollten nicht unbeaufsichtigt zusammengelassen werden! 



Donnerstag, 18. Februar 2016

Vor der Schwangerschaft / Anschaffung eines Hundes

Natürlich ist es immer besser, wenn eine Schwangerschaft langfristig geplant wird. Manchmal, so wie bei uns, ist das aber nicht möglich. Trotzdem möchten ich mal versuchen die optimalen Voraussetzungen vorzuzeichnen, die ein Zusammenleben von Hund und Kind bzw. Baby definieren.
Dabei gibt es einen essenziellen Unterschied. Dieses Blog heißt "Hund und Kind" weil bei uns die Hunde zuerst in den Haushalt gezogen sind und das Kind dann folgte.

Die erste wichtige Frage ist also: Ob ein Kind auf die Anschaffung eines oder mehrere Hunde folgt oder umgekehrt. Natürlich besteht auch die theoretische Möglichkeit, Hund und Kind parallel in die Familie aufzunehmen. 
Allgemein bin ich der Meinung, dass derjenige der zuerst da war (Hund oder Kind) bereits aus dem "Gröbsten" raus sein sollte. Das Kind vielleicht im Kindergartenalter der Hund älter als 3 Jahre oder entsprechend erzogen. Dann kann man guten Gewissens über eine Vergrößerung der Familie nachdenken.   

Fellnase
Das erste Szenario:
Habt ihr schon eine kleine oder große Fellnase im Haus, dann ist es vor allem wichtig, vor der Schwangerschaft zu trainieren, was der Hund während der Schwangerschaft nicht mehr darf!
Der Hund wird merken, dass sich was ändert und auch sein Verhalten anpassen. Aber, wenn ihr eure Schwangerschaft planen könnt (ihr Glücklichen), dann habt ihr den Komfort, dass ihr diese Regeln im Vorfeld definieren und trainieren könnt.
Das heißt nicht, jetzt noch schnell alles mit dem Hund ausgiebig zu machen, was er nicht mehr darf, wenn das Baby im Anmarsch ist. Sondern genau das Gegenteil!

Was das genau ist, was der Hund nicht mehr darf, ist jedem selber überlassen. Wir werden hier nur aus unserer Perspektive berichten und Meinungen zusammen tragen. Ob und wie das jeder umsetzt ist immer auch eine individuelle Frage. Wir sind ja keine Experten - nur Menschen!

Soll es später eine Tabuzone für den Hund geben? Das Bett zum Beispiel? Oder soll er vielleicht aufhören euch den halben Tag, vor Freude über eure Existenz, das Gesicht abzulecken? Dann ist JETZT der richtige Zeitpunkt mit dem Üben anzufangen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich Marlon und Brando abtrainieren kann, vollkommen selbstverständlich im Bett bei uns zu schlafen. Es hat genau drei Tage gedauert!
Ich wache zwar noch immer jeden Morgen neben den Kollegen Hund und Hund auf, aber sie kommen immer erst morgens gegen 5 zu uns - das ist für mich in Ordnung.
Auch das Treten in den Bauch der werdenden Mutter kann in der Frühschwangerschaft sehr tragisch enden.

Es kann dem Hund sogar Spaß machen neue Regeln zu lernen und Verhaltensweisen zu ändern.
Macht ein Spiel daraus. Wenn Marlon wüsste, dass es einen rieeeeesen Hundekuchen gibt, wenn er das Kleine nie vom Sofa schmeißt - ich müsste mir keine Sorgen mehr machen! :)

Das zweite Szenario:
Ihr seid schon eine klassische Familie mit Kind? Dann ist die Anschaffung eines Hundes eine tolle Idee! Hunde fördern die Bindung eines Kindes zur Natur und die sozialen Fähigkeiten. Er lehrt dem Kind Verantwortung und Toleranz gegenüber dem Leben. Außerdem wirken Hunde beruhigend - nicht nur als Bürohund - so helfen sie Schulkindern bei der Konzentration, wirken sich positiv auf die psychische Entwicklung aus und manch einer sagt sogar, Großstadtkinder mit Hund werden seltener kriminell. Die passende Statisitik habe ich aber noch nicht gefunden.

Trotz all der positiven Aspekte wird meist empfohlen, einen Hund erst im Kindergartenalter der Kinder in die Familie zu holen. Ähnlich wie bei umgekehrten Vorzeichen, hat die Familie dann genügend Zeit das neue Familienmitglied gebührend zu umsorgen, zu erziehen und in das soziale Gefüge der Familie einzubinden. 


Mir persönlich wäre die Gefahr bei einem unbekannten erwachsenen oder jungen Hund vorher zu groß. Bei einem Welpen sieht das wieder anders aus. Dann hat man allerdings zwei Babys und damit entsprechend viel Arbeit im Haus. Dessen sollte man sich bewusst sein. 

Trotz allem sollte es natürlich ein paar Regeln geben, an die man sich als Hundehalter und Elternteil  streng halten sollte. Von diesen Goldenen Regeln aber in einem anderen Artikel.