Dienstag, 23. August 2016

Rund um die Geburt



  
Geburtsvorbereitung

Es gibt einiges zu beachten, wenn ihr in die Phase kommt, in der es langsam losgehen kann. Ab der SSW38 sollten die folgenden Dinge also geklärt sein, da es sonst zu Problemen und zu vermeidbarem Stress kommen kann. 
Investiert also eine halbe Stunde, um über folgende Punkte nachzudenken.

Vor der Geburt

Wie verhindere ich, dass Veränderungen mit dem Kind assoziiert werden?
Wie bereits im Beitrag "In der Schwangerschaft" beschrieben, gibt es einige Dinge zu beachten. 
Ich denke, die wichtigste Grundregel, die man in der letzten Phase der Schwangerschaft immer im Hinterkopf haben sollte, wenn es um den Umgang mit dem Hund geht ist: Das einzige was sich nach der Geburt ändern darf ist - das Kind! 

Und das kann für den Hund schon eine ganze Menge sein. Was ich damit sagen möchte, es macht wenig Sinn, wenn der Hund sich mit dem Einzug des neuen Erdenbürgers an einen Haufen neuer Regeln gewöhnen muss, die vermutlich wenig positiv für ihn sind. 
Diese Regeln müssen also möglichst früh eingeführt werden. Genauso muss euer Hund verstehen, dass er nicht immer die volle Aufmerksamkeit von euch bekommen kann. Sei es beim Essen, auf der Couch oder beim Gassi-Gehen. Übt möglichst früh, dass Herrchen und Frauchen auch mal keine Zeit haben einen Ball zu werfen und zu gucken, wie süß Hund gerade ist.

Es verändert sich aber noch eine ganze Menge mehr im Leben des Hundes mit Einzug eines Kindes. Man denke nur an die ganzen neuen Möbel und alles was das Kind so mitbringt. Auch hier gilt Gewohnheit ist alles. Baut Kinderbett und Wickeltisch schon möglichst früh auf. Auch der Kinderwagen gehört ab jetzt zu eurem Leben und auch zum Leben des Hundes. Stellt ihn also schon einmal in den Flur oder wo er auch später stehen wird. Nehmt ihn vielleicht sogar schon einmal mit auf eine Gassi-Runde. Das alles kann nicht schaden, den Hund an die neuen Dinge in eurem Haushalt zu gewöhnen.
Wichtiges Thema sind auch hier wieder die Tabu-Zonen. Bei uns war das erstmal das Schlafzimmer, weil hier das Baby erstmal schlafen sollte. Hierzu ein kleiner Exkurs, wie bei uns die Entwöhnung funktioniert hat.

Exkurs - Bettentwöhnung
Hundebett vor verschlossener "Tür"
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es unglaublich schwierig ist, den Hund von Dingen, wie dem Bett oder anderem zu entwöhnen solange das Kind noch nicht da ist. ABER es ist so wichtig und es funktioniert auch wirklich leichter, als man sich das vorstellt. (Meine Erfahrung) Wir haben das in mehreren Schritten gemacht. Erst kamen die Jungs abends in ihr Körbchen vor dem Bett. Morgens ist man dann mit den Hunden im Bett wieder aufgewacht. Alles gut.
Das Körbchen wanderte dann alle paar Tage ein Stück weiter in Richtung geöffneter Tür. 
Irgendwann war das Körbchen draußen. Die Besuche am Morgen blieben. Kein Problem. 
In die offene Tür kam dann ein Babygitter, ab da war das Schlafzimmer auch tagsüber tabu. Von nun an sind wir morgens aufgestanden und haben die Hunde nicht zu uns geholt, sondern haben uns nochmal 10 Minuten mit ihnen auf die Couch im Wohnzimmer gelegt. So blieb die morgendliche Routine und ganz unmerklich war das Schlafzimmer hundefrei. Es gab kein Jaulen, keine Einbruchversuche kein Kläffen.
Das Ganze hat natürlich einige Zeit gedauert. In zwei Wochen ist das nicht getan (war bei uns zumindest so).

Wo bleibt der Hund, wenn es losgeht?
Das ist eine wirklich wichtige Frage, weil die entsprechende Person 24 Stunden abrufbereit sein muss. Es kann sein, dass es mitten in der Nacht bei euch losgeht oder auch Montag früh um 6. Da darf es kein "jetzt ist schlecht" oder "Vielleicht in einer Stunde" geben. 
Im besten Fall habt ihr jemanden, dem ihr einen Schlüssel für eure Wohnung/euer Haus anvertrauen könnt. Geht es dann los ist die Reihenfolge der Telefonate: 
- Klinik anrufen und ankündigen
- Hundesitter anrufen und einbestellen
- Anrufen wer sonst noch informiert werden soll

Verabschiedet euch ganz normal bei eurem Hund und fahrt in die Klinik. Euer Hundesitter kann dann gemütlich zu euch fahren und den Hund holen oder bei euch bleiben. Je nachdem. Ideal ist hier natürlich ein Nachbar, den euer Hund eh schon kennt. So verändert sich für ihn am wenigsten. Die Umgebung bleibt gleich und das Umfeld auch. Es kommt noch genug Umstellung auf ihn zu.
Wichtig bei der Wahl eures Hundesitters ist auch zu bedenken, dass dieser den Hund bis zu vier Tage beaufsichtigen muss. Eine Geburt kann lange dauern und es folgt die Zeit im Krankenhaus - bis zu drei volle Tage.

Nach der Geburt
Vermutlich werdet ihr eine Weile im Krankenhaus sein. So eine Geburt kann sich ziehen und die meisten bleiben auch die ersten Tage zur Sicherheit noch stationär. Aber egal ob 12 Stunden oder vier Tage, für euren Hund werdet ihr eeeeewig weggewesen sein. Natürlich ist es möglich, dass der Vater zwischendurch immer mal wieder nach Hause kommt und den Hund sieht, aber er wird kommen: Der große Tag der Zusammenführung. Aber STOP! Schon vorher könnt ihr etwas für eine langsame und positive Gewöhnung an das Kind tun.

Der Windeltrick
Das ist so eine Geschichte mit den Mythen. Immer wieder liest man, vom Windeltrick. Und zwar sehr kontrovers. Wir widmen diesem sogar einen eigenen BLOG-Artikel. 
Neben diesem gibt es aber tatsächlich auch andere Möglichkeiten euren Hund auf das neue Familienmitglied vorzubereiten. Und zwar ganz im Sinne des Windeltricks. Nur ohne Windeln. Und das da gar kein Trick dabei ist. 
Euer Baby ist neu für euren Hund. Das bedeutet, neue Gerüche, neue Geräusche und geteilte Aufmerksamkeit. All das könnt ihr wirksam bekämpfen. 
Und zwar so:

Für die Gewöhnung an den Geruch kann, Man(n) eigentlich nicht viel mehr tun, als ab und zu nach Hause zu fahren und mit Hundi zu kuscheln. Er wird eh nach dem Baby riechen. Wer auf Nr. Sicher gehen will, nimmt einfach einen Strampler oder ein Jäckchen (getragen) vom Baby mit und trägt es am Körper. Bitte den Hund nicht damit spielen lassen. Ziehspiele mit Babyhose können mächtig nach hinten losgehen, wenn nachher ein Baby in der Hose steckt. 

Geräusche lassen sich heutzutage super aufnehmen, mit dem Handy oder sonst wie. Genießt also eine Schreiorgie eures kleinen um Jacques Cousteau mäßig Aufnahmen von dieser neuen Spezies zu machen. Diese einfach beim nächsten Besuch zu Hause in einer ruhigen Situation abspielen, gern auch schön laut. Über die Anlage oder sonst wie. Dabei ganz unaufgeregt weiter mit dem Hund spielen, kuscheln oder ihn einfach mal links liegen lassen. Alltag eben. Das Geschrei gehört ab jetzt dazu. 
Wiederholt das in regelmäßigen Abständen. Gerne könnt ihr auch unterschiedlich "Schreiproben" dabeihaben. :)

Und die geteilte Aufmerksamkeit habt ihr ja hoffentlich bereits vorher schon geübt! ;)
Und damit solltet ihr eigentlich gerüstet sein für den großen Tag.

Der große Tag: Hund und Baby treffen aufeinander  
Ich persönlich gehöre nicht zu den Angstmachern, die den Hund so sehen, dass dieser bei der ersten Gelegenheit das Kind fressen würde.
Aber auch aus Respekt dem Hund gegenüber, würde ich für den ersten Kontakt zwei Varianten empfehlen.

1. Wenn ihr das erste Mal zu dritt nach Hause kommt, überlegt, ob nicht hier vielleicht der erste Fehler gemacht wurde. Eventuell solltet ihr nicht zu dritt, sondern zu vier nach Hause kommen. Hunde sind sehr territorial, ein Überfall mit schreiendem Kind im Arm ist eventuell zu viel für ihn. Trefft euch doch einfach draußen. Das Kind lasst ihr im Kinderwagen, so hat Frauchen die Hände frei, um euren Hund nach der Ewigkeit der Abwesenheit gebührend zu begrüßen. Macht einfach eine kleine Runde als Familie. Das Neugeborene wird euer Hund sofort riechen und den Geruch mit schönen Stunden mit Papa auf der Couch assoziieren. Vielleicht schreit das Kleine auch - alles bekannte Dinge für den Hund.
Wenn ihr nach Hause kommt, kennt euer Hund bereits sein neues Geschwisterchen. Gebt ihm Zuhause noch eine Weile um sich zu beruhigen. Dann können die zwei einander vorgestellt werden.

2. Und damit sind wir bei der zweiten Variante. Wenn ihr wirklich zu dritt nach Hause kommt. Bedenkt, dass Frauchen frenetisch begrüßen werden dürfte. Sie sollte also die Arme frei haben. Das Kind kann Papa tragen oder auch der Kinderwagen. Auch hier gilt, macht ganz langsam, dem Hund muss nicht innerhalb der ersten 10 Minuten das Kind präsentiert werden. Kommt an, wie ihr immer ankommen würdet. Macht alles ganz entspannt - dann entspannt sich auch euer Hund. Legt die Jacken ab, macht es euch bequem und setzt einen Tee auf. Füttert euren Hund, spielt mit ihm oder macht den Fernseher an ... macht also all das, was ihr ohne Kind auch tun würdet. Das Kind kann im Kinderwagen bleiben oder in sein Kinderzimmer gebracht werden. Muss es gewickelt werden, dann wickelt es. Alles, wie das Normalste auf der Welt. 
Wenn sich euer Hund sichtbar beruhigt hat, dann könnt ihr die zwei zusammenführen - ich würde mir hier mindestens eine halbe Stunde Zeit lassen.  

Trotz allem gilt! Hund und Kind sollten nicht unbeaufsichtigt zusammengelassen werden! 



Freitag, 19. August 2016

Hundehaar-Allergie und Bürohund

Wie ihr ja wisst, sind wir bisher mit unserem Menschen-Mann in die Arbeit gegangen. Das war auch immer ein großes Spaß, auch wenn dieses Gerenne jeden Morgen manchmal für Langschläfer-Marlon ein wenig früh war.



ABER: Es gab an der Arbeit immer ganz tolle Menschen, die sich sehr über uns gefreut haben und immer ein Leckerli für uns in der Schreibtischschublade versteckt hatten. Da konnten wir hingehen, wenn uns langweilig war, oder wenn wir mal wieder Appetit auf was Leckeres hatten. :)
Der Menschen-Mann will ja immer, dass wir irgendwas machen für das Zeug. Sitz, Platz, Bleib oder so n Quatsch...
Weil das hier ein kleines Büro ist, kennen wir alle die hier arbeiten gut! Den einen besser und den anderen schlechter. Und natürlich ist es auch so, dass wir manche mehr mögen und andere weniger. Andersherum ist es auch genauso. Da gibt es ein/zwei, die tun sogar so, als gäbe es uns garnicht. Brando hatte die Vermutung, dass die vielleicht Hunde nicht sehen können ... das ist irgendwie gruselig.

Naja, auf jeden Fall ist es jetzt so, dass einer der Menschen hier sagt, dass er irgendwie unsere Haare nicht mag und davon Ausschlag bekommt oder so. Und weil das hier eben ein kleines Büro ist, werden wir in Zukunft keine Bürohunde mehr sein! Marlon hat sofort gejubelt "endlich Ausschlafen!" aber irgendwie haben wir es auch genossen den ganzen Tag mit dem Menschen-Mann zu verbringen. Naja, da die Menschen-Frau jetzt auch in München wohnt sind wir ab sofort den ganzen Tag bei ihr. Mal gucken wie das so wird.
Aber die ganze Sache hat den Menschen-Mann bewogen sich mit dem Thema "Hundehaar-Allergie" zu beschäftigen.
Wir grüßen euch - ab sofort aber von Zuhause auf der Couch!

Marlon&Brando


Was bezeichnet man als Hundehaarallergie?

Mal ganz platt gesagt bezeichnet man mit einer Hundehaarallergie die Überempfindlichkeit gegenüber "Hunden". Sie findet sich beim Menschen allerdings relativ selten.

Dennoch geht man davon aus, dass bis zu 10% der erwachsenen Bevölkerung an einer so oder so gearteten Allergie gegen irgendwelche Teile des Hundes leidet. Hier sind die Aussagen unterschiedlich - je nachdem wen man fragt.
Statistik des BVBH

Definitiv ist aber kein Mensch gegen Hunde im Allgemeinen oder gegen die Haare selber allergisch.
Die allergische Reaktion erfolgt immer gegen spezielle Stoffe, in oder an den Haaren der Hunde. Das können unter anderem Speichel, Hautschuppen oder auch der Urin des Hundes sein.
In den meisten Fällen geht es um ein spezielles Protein - also ein Einweiß - das vom Hund produziert wird.
Nämlich um das sogenannte Protein Can f1 (Die Abkürzung ergibt sich aus dem lateinischen Canis familiaris für Haushund). Das heißt, für eine allergische Reaktion des Menschen müssen lediglich die Haare des Hundes anwesend sein, und nicht der Hund selbst. Diese können auch an Klamotten, Möbelstücken oder anderen Menschen hängen bleiben und so in Kontakt mit der betroffenen Person kommen.
Neben dem Can f1 gibt es auch noch das Protein Can f2, der Job dieses Proteins im Hundekörper ist der Transporrt von Molekülen. In die Umgebung gelangen sie meist, wie gesagt, über Hautschuppen oder den Speichel des Tieres.

Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber fröhlich!
In Speichel und Hautschuppen kommt außerdem das sogenannte Hunde-Albumin vor. Dieses zählt zu den wichtigsten Eiweißen im Körper und kann auch für das Auslösen von Allergien verantwortlich sein. Experten gehen davon aus, dass es noch eine Vielzahl anderer Allergene gibt, die noch nicht identifiziert wurden.













Erstes Ergebnis:
Es kann also nicht von einer HundeHAARallergie gesprochen werden. Geprüft werden muss in jedem Fall, gegen was der Mensch genau allergisch ist. Das können nämlich auch Dinge sein, die anderweitig in der Umwelt vorkommen und müssen nicht zwangsläufig mit dem Hund zutun haben.
Das Protein Can f1 kommt dazu bei jedem Hund in einer anderen Konzentration und Menge vor. Das heißt, mit einer Allergie kann ich durchaus zum Hundehalter werden, wenn ich weiß, welche Rassen nicht zur Produktion des Proteins Can f1 neigen.

Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber süß!
Das und der Fakt, dass es auch noch andere Allergene gibt, auf die Menschen reagieren können, erklärt, weshalb Hundehaarallergiker auf verschiedene Hunderassen unterschiedlich stark reagieren. Eine Faustregel sagt, dass langhaarige Rassen weniger allergen sind als kurzhaarige Hunde.

Rassen von denen man sich als Allergiker definitiv fern halten sollte, sind zum Beispiel Boxer, bei ihnen ist bekannt, dass Allegien besonders häufig vorkommen. Bei anderen, wie zum Beispiel dem Portugiesischen Wasserhund oder dem Bolanka konnten bisher nur wenige allergischen Reaktionen nachgewiesen werden.




Wie äußert sich aber eine Allergie gegen Can f1oder Can f2?
Es gibt unterschiedliche Allergietypen. Das heißt, es wird unterschieden, wann und wie stark jemand auf einen bestimmten Stoff reagiert. Hundeproteine zählen dabei zu den "gefährlichsten" Typ 1 Allegenen - dem sogenannten Soforttyp.
Das heißt, "sofort" nach dem Kontakt mit dem Hundehaar kommt es zu einer unmittelbaren Reaktion des Körpers.
Im Falle der Allergie auf das Protein ist es jetzt so, dass der Körper dieses verwechselt. Und zwar mit einem Fremdkörper, den er für "gefährlich" einstuft und folgerichtig sofort reagiert. Es werden also Stoffe, vorallem Histamin, zur Abwehr dieses Fremdkörpers ausgestoßen. Diese führen dann letztendlich zur Reaktion des Körpers. Des Ausschlag ist also nichts anderes, als eine Abwehrreaktion des Körpers gegen einen vermeintlich gefährlichen Fremdstoff. Also quasi in unserem Fall ein klassischer Fehlalarm. Doofer Körper!  :(

Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber dreckig!
Die Allergie selbst kann bei verschiedenen Menschen auch unterschiedlichste Reaktionen hervorrufen. Das kommt immer darauf an, wo es zu einem Kontakt mit dem Stoff kommt. Bei Hundehaarallergikern können das Beschwerden des Nasen-Rachen-Bereichs sein. Sind die Augen betroffen kann es zu einer Reizung oder einer Entzündung der Bindehaut kommen.

Begleitet werden diese Sympthome meist (und das untercheidet die Hundehaarallergie von anderen) von einem meist juckendem Ausschlag roter Farbe. Bei längerem Kontakt mit dem Protein kann es auch zur Bildung von Quaddeln kommen.

Alle Symptome treten dann besonders stark auf, wenn sich der Betroffende in direktem Kontakt mit einem Hund befindet (selber Halter ist oder regelmäßigen Umgang hat) oder, wenn er, wie in unserem Fall, in einem Raum ist, in dem sich häufig ein Hund aufhält (bspw. an der Arbeit).

Was ist zu tun?

Bei einem Anfangsverdacht sollte man sich direkt an einen Arzt wenden. Nur dieser kann ausschließen, dass es sich möglicherweise um eine Reaktion des Körpers auf einen ganz anderen Stoff handelt. 

Das sollte also als erstes ausgeschlossen werden, indem man klärt, wann, wo und wie stark die Reaktionen zu- oder abnehmen. 
Es können auch Tests durch den Arzt durchgeführt werden. Am beskanntesten ist hier der sogenannt Prick-Test. Hier werden unterschiedliche Stoffe auf die Haut gegeben und die Haut an der Stelle "angestochen" - so kann sehr schnell (meist innerhalb von weniger als 20 Minuten) geprüft werden, ob eine Reaktion stattfindet. 
Darüber hinaus können auch Bluttests durchgeführt werden.
Ist das Ergebnis am Ende positiv (bzw. für euch dann mit negativen Folgen) kann noch immer eine Therapie helfen. Zum Beispiel, wenn man den geliebten Vierbeiner nicht abgeben möchte/kann, oder wenn der Chef im Büro seinen Hund dabei hat. (anders herum funktioniert das im Übrigen nicht) 

Therapie: 

Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber geheimnisvoll!
Das Einfachste ist ganz klar - keinen Kontakt mehr zu Hunden. Aber das schließe ich an dieser Stelle einfach mal aus und wir widmen uns den Fällen, an denen ein Umgang so oder so nicht zu vermeiden ist.

Sind die Beschwerden nicht ganz so schlimm, kann es helfen den Kontakt mit dem Allergen zu reduzieren. Das heißt ein bewusster Umgang mit dem Problem. Ausgedehnte Knuddel-Einheiten mit dem Tier entfallen, das Bett und das Sofa sind ab heute absolut tabu und andere Möbelstücke und vorallem TEPPICHE, in denen sich kiloweise Hundehaare sammeln können, werden regelmäßig gesäubert. Hier gibt es auch spezielle Feinstaubsauger oder auch solche mit Wasserfilter.
Auch die Hundepflege selbst (die eventuell jemand anders übernehmen sollte) ist wichtig. Also regelmäiges Kämmen, baden und Scheren (falls notwendig)
Was aber tun, wenn schon der minimalste Kontakt zum Allergen massive Reaktionen hervorruft? Ich gehe mal davon aus, dass niemand seinen Hund rasieren wird - zumal das vermutlich nichts bringen würde. Deshalb ist es auch möglich medikamentös "gegen" die Symptome vorzugehen. 
Hierfür werden meistens sogenannte Antihistaminika eingesetzt. Die machen nichts anderes, als die Wirkung des zuviel produzierten Histamins im Körper zu hemmen. Es gibt sie in Form von Tabletten, Salben, Augentropfen etc.. Problem, was ist, wenn der Körper Histamin braucht, weil er zum Beispiel gegen einen echten Fremdkörper vorgehen muss? Diese Frage bleiben die meisten Infoseiten zum Thema schuldig.

Möchte man nicht den Rest seines Lebens Medikamente schlucken, dann kommt noch eine Hyposensensibilisierungs-Therapie in Frage. Ihr Ziel ist es, den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen und ihm zu "zeigen", dass von diesem keine Gefahr für ihn ausgeht. Bei Katzenhaarallergien hat sich diese Technik bereits bewährt. 

Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber summerfeeling!

Hierfür muss das Allergen natürlich zunächst einmal bekannt sein. Es wird dem Patienten dann, erst in sehr geringen Dosen und dann in steigender Konzentration, unter die Haut gespritzt. Diese Form der Therapie kann sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken (Jahre) und ist nicht zwingen zielführend.



Hinweis: Vielen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Behandlung einer Hundehaarallergie noch nicht, da der Erfolg nicht bewiesen ist. Im Gegenteil, ein Erfolg wird, sollte sich ein Hund im eigenen Haushalt befinden, nahezu ausgeschlossen. 





Hundehaarallergie beim Baby
Um den Bezug zum Thema Kind nicht zu verlieren. Es gibt natürlich auch das Phänomen, dass Mutter und Vater keinerlei Reaktionen wie oben beschrieben haben und ein Neugeborenes plötzlich eine solche Reaktion zeigt. Oder anders herum, ein Kind zweier Allergiker völlig symptomefrei bleibt.

Es ist aber so, dass eine Allergie bei einem oder beiden Elternteilen das Risiko für die Allergie beim Kind deutlich erhöhen.


Die Symptome beim Kind sind die selben, wie beim Erwachsenen. Besonders gefährlich für die Kleinen sind hierbei die Atemenwegsbeschwerden, die oft zu spät erkannt werden, da der kleine Fratz sich ja schlecht äußern kann.
Man sollte also als Hundehalter ein besonderes Auge auf äußere Anzeichen wie eine "rasselnde" Atmung oder auch die Schleimhäute seines Kindes haben.
Wichtig: Geht lieber zweimal zuviel zu Arzt als einmal zuwenig - bei Sorgen oder den ersten Anzeichen beim Kind, solltet ihr auf eine Diagnose des Arztes setzen. Diese sind beim Kind genauso schnell gemacht, wie bei euch.



Und zum Schluss noch ein Funfact: 
Foto, das nichts mit dem Thema zutun hat - aber cuddly!

Auch Tiere können allergische Reaktionen auf Menschen haben. Menschliche Haare und Hautschuppen können (eigentlich logisch) genauso Symptome beim Hund, wie andersherum beim Menschen hervorrufen.

Als Auslöser werden sogenannte Mykoplasmen vermutet. Das sind Bakterien, die nicht von einer Hülle umschlossen sind. Aber wer weiß, vielleicht ist es auch Antipathie.

Frage: Müssen dann die Menschen auch das Haus verlassen? :D

Mittwoch, 29. Juni 2016

Angsthund

... oder "Hilfe! Wie bringe ich Marlon bei, dass er nicht vor allem und jedem Angst haben muss?"

Zuerst: Was ist Angst?


Marlons Angst-Gesicht
Ihr kennt das sicher, nach außen hin wirken die meisten Hunde gleich. Sie sind agil, sie springen herum und sie freuen sich, wenn Herrchen und Frauchen nach Hause kommen. Verbringt man ein wenig Zeit mit ihnen oder IST man eventuell Herrchen oder Frauchen, dann stellt sich meistens schnell heraus, dass jeder Hund eine ganz eigene Persönlichkeit hat. Und wie bei uns Menschen auch, betrifft das nicht nur Themen wie: Was schmeckt mir und was nicht? Mit welchem Spieli spiel ich am liebsten? Oder, wie intelligent bin ich?
Es betrifft auch die Themen Selbstbewusstsein, Angst, Schreckhaftigkeit und Vertrauen.

Marlon und Brando sind, hier wie Tag und Nacht. Das fing an unserem ersten gemeinsamen Tag an. Da rannte Brando wie wild in die frisch geöffnete Wohnungstür ins Unbekannte und sprang auf dem Bett herum, als würde er dies schon seit Jahren so machen. Sein Bruder Marlon hingegen kroch auf dem Bauch über die Schwelle der Tür und rechnete jeden Augenblick mit ... ja womit eigentlich?!? Das ist die große Frage, die man sich und wir uns bei Marlon stellen. Was ist dem armen Hund in der Vergangenheit passiert, dass er jetzt SO eine Angst vor ALLEM hat?


Marlon bei einem "entspannten" Spaziergang an der Isar

Leider, leider ist das mit der Zeit und den Jahren nicht besser geworden, nein, eher schlimmer sogar. Darum wollen wir das Thema jetzt endgültig angehen!


Hier also unser Bericht über das, was wir alles probiert haben und wie es funktioniert hat.



Ignorieren:
Der erste Tipp, den wohl jeder bekommt, wenn es um Angst bei Hunden geht ist der, dass man die Angst verstärkt, wenn man darauf eingeht. Kommt der Hund also zu Dir, wenn er Angst hat und setzt sich hilfesuchend auf Deinen Fuß, dann ziehe tunlichst Deinen Fuß weg. Sonst wird er das immer tun. 
Nimm ihn auch nicht auf den Arm, wenn ein großer, böser Hund an euch vorbei läuft - das verstärkt die Ängste.
Lobe ihn lieber, wenn er brav an der Gefahr vorbei geht ohne Angst zu haben. 
Alles klar!

Beim Zugfahren
Gesagt getan, Marlon und wir waren ja, bis wir auf das Fahrrad umgestiegen sind, Bus- und Bahnfahrer. Ein absoluter Albtraum für Marlon. Bei Brando hingegen - von Angst keine Spur! Während Marlon also zitternd auf dem Boden (unter dem Sitz) lag, wurde Brando für das sorglos Mitfahren gelobt. Drei Monate später - keine Veränderung. Marlon hat sich nichts von seinem Bruder abgeschaut. Das selbe Thema beim Autofahren. Marlon liegt zitternd im Fußraum der Rückbank und steckt seinen Kopf, so tief es nur geht, unter den Fahrersitz. Brando sitzt triumphierend auf der Rückbank - von Angst keine Spur.

Sobald das Auto steht und der Motor aus ist, springt ein verwandelter Marlon hoch und guckt freudig, wo wir nur wieder angekommen sind.
Autofahren ist nämlich eigentlich was Gutes! Es geht immer entweder in den Hundewald, zur Oma, an die Isar oder, oder, oder ... Das Marlon sich das merken würde ... never!
Genau anders herum ist es. Mittlerweile beginnt er schon Zuhause mit dem Zittern, sobald die Menschen sich beide fertig machen - das bedeutet nämlich meistens, dass es ins Auto geht. Gassi-Runden macht meistens nur einer von uns. Lernfähig ist der kleine Schisshase also definitiv! ;)

Das Prinzip halte ich also für gescheitert! Es mag helfen um Ängste nicht bewusst zu verschlimmern - vorallem bei jungen Hunden. Aber uns hat das nicht weiter geholfen!



Fachliteratur:
Dann musste natürlich Literatur vom Fachmann her! Wir haben uns für "Angst bei Hunden" von Martin Rütter entschieden.
Literatur soll helfen
Das Buch lohnt sich wirklich! Es bietet einen tollen Einblick in die Gedanken und Emotionswelt des Hundes. Was wir besonders gut fanden, waren die vielen praktischen Beispiele, in denen man sich wiederfinden konnte.
Zwei Dinge sind aber bei uns besonders hängen geblieben. Das Aufwachsen in einer reizarmen Umgebung (wie es immer heißt) kann per se schon einmal zu Verhaltensstörungen wie Angst führen. Es muss also kein einschneidendes Erlebnis im Leben des Hundes gegeben haben. Es handelt sich dann schlicht um eine Überforderung des Hundes, sobald er mit Reizen aus der Umwelt konfrontiert wird. Zum Beispiel Autolärm. Das ist insofern interessant, als das wir festgestellt haben, dass sich Marlons Verhalten seit dem Umzug in die Großstadt München eher verschlechtert als verbessert hat - die Lärmkullisse und die Außenreize also deutlich zugenommen haben. 

Schilddrüsen:

Und dann sind wir über das Kapitel mit der Schilddrüse gestolpert. Eigentlich ist es gar kein Kapitel, sondern nur ein Absatz. Aber: Davon hatte ein befreudnete Hundebesitzerin bereits einmal gesprochen. Über die Vielzahl der Auswirkungen, die eine Über- und Unterfunktion der Schilddrüse beim Hund (auch beim Menschen) haben kann, war im ersten Moment trotzdem erstmal verblüffend.

Neben den körperlichen Symptomen, wie Haarausfall, stumpfem Fell, Gewichtszunahme oder Herzstörungen gibt es auch ein Vielzahl von psychischen Symtomen.

Zum Beispiel:

- Angst
- Aggression
- Reizbarkeit
- Antriebsschwäche
- Müdigkeit
- Frieren 
- Interesselosigkeit
- Abgestumpftheit
- Apathie
- Trägheit
- Emotionsarmut
- Persönlichkeitsveränderungen
- Stimmungsschwankungen
- Launenhaftigkeit
- Unberechenbarkeit
- Schlechte Wundheilung
- Tunnelblick
- Unansprechbarkeit

- Phobien
- Schreckhaftigkeit
- Panisches Verhalten
- Störungen bzw. Veränderungen im Bereich des Sexualverhaltens
- Stressanfälligkeit
- Geringe Stresstoleranz                                                                                                       Quelle

Auch nur eine leichte Veränderung der Schilddrüsenwerte kann zu extremen Veränderung des Verhaltens führen.

Es gibt unterschiedliche Schilddrüsen-Werte, die beim Arzt bestimmt werden können. Was viele Ärzte in der eigenen Praxis machen (können) ist der normale T4 Wert. Das ist ein Hormon. Wichtig können aber auch die TSH und im Speziellen auch der fT4 Wert sein, also das freie Thyroxin (T4). Wobei nur das nicht an Eiweiß gebundene fT4 dem Körper auch wirklich zur Verfügung steht.

Sollte eine Unterfunktion festgestellt werden, dann kann dieser durch die Gabe von Hormon entgegen gewirkt werden. Dies ist keine einmalig Therapie, sondern muss dann tatsächlich ein Hundleben lang geschehen! Das passiert dann meistens über die Gabe von Tabletten.

Bei korrekter Medikation sind keine schädlichen Nebenwirkungen bekannt. Man sollte das aber unbedingt in Absprache mit dem Tierarzt tun und die Werte regelmäßig kontrollieren lassen. Da eine Überversorgung auch mit Problemen behaftet ist. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Also hin zum Arzt bzw. zur Ärztin unseres Vertrauens. Werte machen lassen und gewartet.
Wir haben zuerst "nur" den T4 machen lassen, als mit dem alles okay war, aber auch noch TSH und fT4 nachschauen lassen. Sowas kann schonmal 100€ kosten. Je nach Geldbeutel ist es dann auch noch möglich bis sinnvoll, die T3 mit fT3 und den TAK Werte zu bestimmen.


Wer es ganz genau wissen will, kann sich diese Dissertation zum Thema von Kristine von Thun eingereicht an der LMU im Jahre 2010 durchlesen,


Dazu macht es immer auch Sinn ein Blutbild machen zu lassen, falls das noch nicht geschehen ist und vorallem auf diese Werte zu achten:

- Selen
- Zink
- Jod
- Eisen

Wenn diese Werte einen deutlichen Mangel anzeigen, besteht die Gefahr, dass die Schilddrüse nicht korrekt arbeitet.

Lesart/Interpretation: 
Wie beim Menschen, gibt es für all diese Werte "Normalbereiche". Die Schulmedizin spricht von unauffälligen Werten, sobald der Wert innerhalb dieses Normalbereichs liegt. Es gibt allerding (zurecht, wie wir finden) immer mehr Menschen, wie zum Beispiel die Freunde von Pfotenlesen.de, die die Werte ein wenig anders interpretieren. 

"Bei den Schilddrüsenwerten hat sich herausgestellt, dass viele Hunde, deren Werte im unteren Bereich des Normalberichs liegen, trotzdem Probleme mit der Schilddrüse haben." wird dort geschrieben. Und weiter "Als Faustregel für die meisten Hunde gilt: Der T4-Wert sollte in der oberen Hälfte des Normalbereichs liegen. Vor allem bei jungen Hunden sind niedrige Werte ein deutliches Anzeichen für eine Funktionsstörung der Schilddrüse." *Pfotenlesen.de


T4 (fT4) Wert:
Der Normalbereich für T4 wird bei 1,0-4,7 ug/dl angegeben.

Marlon lag hier ziemlich am untersten Rand.


TSH Wert:
Beim TSH Wert ist es so, dass der Normalbereich gerne ÜBERschritten wird. Auch das ist ein deutliches Zeichen für eine Fehlfunktion der Schilddrüse.

Ein normaler TSH Wert hat allein allerdings kaum eine Aussagekraft. Man benötigt mindestens noch den normalen T4 um die Schilddrüsenfunktion beurteilen zu können.

Bei einer Unterfunktion wird mit dem Hormon T4 direkt behandelt - beispielsweise mit dem rezeptpflichtigen Forthyron.
Wie Ärzte nun mal so sind wurde Marlon für "unauffällig" erklärt. Und da Schilddrüsen-Medikamente verschreibungspflichtig sind, haben wir auch kein Rezept bekommen. Aber ein schlechtes Gefühl blieb trotzdem, lieber hätten wir alle Werte GENAU im Normalbereich gesehen.
 
Zylkène:

Zylkene 225mg
Nachdem bei Marlon keine Schilddrüsen-Unterfunktion festgestellt wurde, haben wir uns zu einem letzten Schritt entschieden, in dem es in diesem Artikel eigentlich gehen soll. Er soll euch auch helfen dem Thema besser informiert entgegenzutreten.
Aber der lange Prolog soll dazu dienen, dass auch ihr zuerst alles andere ausschließt, bevor ihr zu Tabletten greift. Und ich hoffe, wir konnten klar machen, dass man unter keinen Umständen einfach so zu Schilddrüsenmitteln greifen darf! Diese sind verschreibungspflichtig - und das aus gutem Grund.
ABER: Bei von Natur aus ängstlichen Hunden, die sich die Ungefährlichkeit ihrer Umwelt auch nicht von Frauchen, Herrchen und Bruder zeigen lassen hilft nur eins. Sie müssen diese selber erleben.
Und das geht nur ohne Angst.

Nach eine Weile der Information haben wir uns dazu entschieden es mit Zylkène zu probieren. Freundlicher Weise werden wird vom Hersteller Vetoquinol aus Ravensburg bei unserem Test mit dem Produkt unterstützt. Wir werden euch natürlich trotzdem unsere ganz neutrale und persönliche Meinung zum Produkt darlegen.

Es gibt auch einen ganz besonders tollen Werbespot dazu. :P






Zylkene Kapseln
Das Produkt selber ist leicht handzuhaben. Der Hersteller empfiehlt die Gabe der Kapseln zum Fressen. Die Dosierung wird über eine Tabelle im Beipackzettel definiert.

Hier wird lediglich über das Gewicht definiert. Nicht z.B. über den Grad des gewünschten oder benötigten Effekts. Nach dem Motto große Angst = 2 Kapseln/Tag,
kleine Angst = 1 Kapsel/Tag.

Pulver im Inneren
Man wird seine Gründe haben. Warum wir das für sinnvoll halten würden, dazu später mehr.

Zylkène kommt zwar in Kapselform und Marlon frisst die auch so wie ein Leckerlis aus der Hand aber, man kann die Kapseln auch ganz einfach öffnen und dann das Pulver in den Kapsel unter das Essen mischen.
Ich habe es am Anfang auch mal vom einem großen Löffel probiert, aber danach sah Marlon aus wie die letzte Koksnase. :D

Also, kommen wir zu unserem Erfahrungsbericht:

Phase 1 - Wir haben begonnen, mit einer Kapsel am Tag. So wollte es der Beipackzettel. Eigentlich kann man es recht kurz fassen, wir wissen nicht, ob es eine gewisse Zeit dauert, bevor das Produkt anschlägt, aber mehr also vier Wochen sollten es eigentlich nicht sein. Solange lief nämlich diese Phase 1. Das Ergebnis? Eigentlich garkeins. Man hätte sagen können, ziemlich teure Leckerlis! Nein, Marlon zeigte keine wirklich sichtbaren oder messbaren Reaktionen. Uns war von Anfang an bewusst, dass man sich kein Wundermittel ins Haus holen wird. Aber irgendeine Rektion hätten wir schon erhofft. Manchmal waren so Momente in denen man stutzig wurde, weil er etwas tat, was er sonst nicht unbedingt getan hätte. Aber das verbuche ich mal unter "gewollter Einbildung".


Man hätte jetzt natürlich enttäuscht alles hinwerfen können und das Produkt verteufeln. Wir haben uns aber für etwas anderes entschieden - nämlich Pahse 2! :)


Phase 2 - Getreu dem Motto "es ist ja ein natürliches Produkt, da kann man ja nicht überdosieren" haben wir einfach mal die Dosis verdoppelt und so getan, als würde Marlon über 20kg wiegen. (Sind wir ehrlich, wenn der so weiter frisst, wiegt er das bald). Also gesagt getan und siehe da. Es tat sich etwas.

Marlon schläft bei geöffnetem Fenster.
Ich weiß nicht ob es der durch Phase 2 verlängerte Zeitraum war oder die dopplete Dosierung, aber wir merken tatsächlich eine Veränderung in Marlons Verhalten.
Gleich vorne weg, das Wundermittel ist es noch immer nicht. Autofahren ist noch immer super doof und wenn es richtig knallt, ist Marlon noch immer der erste unterm Tisch.
ABER: Wir als Halter merken die Veränderung nun spürbarer.
Es sind wirklich Kleinigkeiten, die uns Mut und Hoffnung machen. Marlon geht plötzlich alleine in den Garten oder bleibt auf der Couch liegen, wenn ich neben ihm das Fenster öffne. Er bleibt bei mir, (manchmal) wenn uns ein Kinderwagen entgegen kommt und und und ...


Die Phase 2 ist damit noch nicht abgeschlossen - sie läuft jetzt auch seit 4 Wochen. Da jetzt aber noch ein Umzug bei uns ansteht kommt als letzter, ultimativer Härtetest: DER UMZUGSTEST!!! :)


Der Umzugstest - Was soll ich sagen liebe Leute!?

 Naja gut, nicht immer! :D
Der Umzug war garnicht so ein großer Stress für die Hunde. Beim Umzug selber waren sie nicht dabei - da waren sie beim Opi. Und bei den nachfolgenden Renovierungen zeigte sich, die zwei scheinen auf Baustellen zu stehen. Sie wichen mir nämlich kaum von der Seite. Ob ich Boden gespachtelt oder Wände gestrichen habe. Beide (auch Marlon) wollten ständig dabei sein.
Die Monate, die aber mit der Behandlung mit Zylkène ins Land gegangen sind lassen uns mehr und mehr mit der Wirksamkeit hadern. Ob es jetzt daran liegt, dass wir uns an die oben beschriebene Wirkung (die es definitiv gibt) gewöhnt haben, oder ob es einfach der falsche Ansatz war ist die große Frage. Immer wieder kommen wir im Kopf an den Punkt zurück, dass Marlons Schilddrüsen-Werte eigentlich ja garnicht sooooo unauffällig waren.



Unser Plan sieht also so aus: Wir werden jetzt Zylkène absetzen und schauen, ob eine Verschlechterung des Verhaltens stattfindet. Ist dies der Fall, wissen wir, dass die Wirkung nicht eingebildet war.
Dann werden wir noch einmal die Werte von Marlon bestimmen lassen - und in diesem Schritt auch gleich die von Brando -  so erhalten wir zwei Vergleichswerte.
Dann sehen wir weiter.

Da dieser BLOG Artikel jetzt schon Monate an Zeit und Stunden an Arbeit gefressen hat, berichten wir über Teil zwei unseres Tests an andere Stelle. Wir hoffen, wir konnten einen kleinen Rundumschlag zum Thema Angsthund machen und dem einen oder anderen helfen eine richtige Entscheidung zu treffen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema? Habt ihr gute Tipps für uns? Was könnten wir noch probieren?
Wo sind die Experten da draußen?







 











Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Qual der Wahl - Kinderwagen-Suche


Oder:

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHH ... :)

Fertig! 
Kinderwagen: Ein Grund KEINE Kinder zu bekommen.

Liebe Leute, es folgt ein ungeliebter BLOG-Beitrag. Auf jeden Fall für den Menschen Mann. Die Wahl des richtigen Kinderwagens scheint eine nahe Verwandtschaft mit der Raketenwissenschaft oder den Spalten von Atomen zu haben. Mit mehr Variablen als das menschliche Genom und Kombinations- und Farbmöglichkeiten bei denen jeder LEGO-Begeisterte Augen machen würde.

Darüber hinaus war dem Menschen-Mann noch garnicht bewusst, dass der Kern eines Kinderwagens offensichtlich aus einem Edelmetall wie Gold zu bestehen scheint. Anders lassen sich so manche Herstellerpreise nicht erklären. So scheint es, will man sein Kind nicht in einer Obstkiste mit Rädern oder in einem Einkaufswagen durch die Gegend schieben, sollte man schon mal das Sparen beginnen. Und zwar bevor man das Wort "Kind" auch nur gedacht hat.

Lässt man sich dann zum Thema auch noch von einer Fachangestellten beraten und sagt die bösen Worte "Wir haben Hunde, der Wagen sollte also geeignet sein ihn auf Schotter zu schieben" hat man direkt verloren. Zwar fallen damit in den Augen des findigen Verkäufers ca. 80% aller Wagen weg - weil man jetzt unbedingt Lufträder braucht - was die Sache allerdings weder unkomplizierter, noch günstiger macht.

Der Kombi unter den Kinderwagen
Um die Sache abzukürzen, folgende Erkenntnisse haben wir aus unseren Recherchen gezogen, die wir mit euch teilen wollen. Und auch ein paar Modelle wollen wir euch vorstellen. Gekauft haben wir auch schon. Vielleicht habt ihr ja Erfahrungen die ihr mit uns teilen möchtet!?

Kombi Kinderwagen, die erste Entscheidung. So wie die Entscheidung beim Auto, ob es ein VAN, ein Kombi, oder vielleicht ein Auto für jeden werden soll, ist es auch beim Kinderwagen. Natürlich ist es so, dass man Kinderwagen, Buggy und Co. auch einzeln kaufen kann. Das mag auch seine Vorteile haben. Aber gegen das Argument, dass ich nur einen Kombi-Kinderwagen für die gesamte Zeit kaufen muss ist unserer Meinung nach nicht zu schlagen.

Es gibt dreirädige, vierrädrige UND sechsrädrige Kinderwagen. Jetzt denkt sich der Mann, sechs Räder sind mehr als vier, spitze, gekauft! Nix da! Angeblich ist es nämlich so, dass sich im Winter zwischen von vier Vorderrädern gerne mal der Schnee festsetzt. Man kennt das aus dem Radkasten des Autos. So nähert sich dann das Kinderwagenschieben gefühlt eher einer Partie Curling, als einem entspannten Spaziergang.
Lufträder sind offensichtlich unerlässlich!!! Weil, die Dinger aus Plastik wohl schnell kaputt gehen. Jetzt kommt aber die Rechnung: Für das selbe Modell beispielsweise von Hartan oder ABC Design zahlt man mal gut 200 Euro mehr, wenn man die Lufträder haben will. Plastikräder lassen sich allerdings tauschen und einzeln nachkaufen. Und zwar für ca. 30€ ... summa summarum ... das würde sich schonmal nicht lohnen. Allerdings kommt noch das Argument mit der besseren Federung dazu. So ein Luftreifen federt natürlich noch den einen oder anderen Stein ab. Das könnte ein Argument sein.

Klappwagen
Gewicht und Größe sind natürlich auch eine Variable. Während die erste Idee meist in die Richtung geht einen schönen, alten Kinderwagen mit großen Rädern so wie ihn Großmutter noch hatte zu kaufen, verliert man die Idee spätestens, wenn man so ein Ding mal gehoben hat. Und wenn man nicht gerade einen Vito als Familienkutsche hat, ist es natürlich wichtig, dass das Ding möglichst schnell und einfach möglichst klein gemacht werden kann.

Auch hier ist es gut, wenn man z.B. die Räder abmachen kann. Ist auch nicht selbstverständlich.









Innenleben aus Stoff
Beim Heben der Babywanne sollte man stets bedenken, dass da später noch ein Kind drin liegt, das also mitberechnen. Wer einen extra Kindersitz fürs Auto hat, der braucht auch nichts großartig stabiles (und damit schweres) für den Wagen. Dann reicht, meiner Meinung nach, die Stoffvariante.






Die Qual der Wahl.
Diese fünf Modelle kamen bei uns in die nähere Auswahl.




Hartan Racer GTS
Hartan Racer GT und GTS

Wir gehen jetzt hier vom GTS aus, das "S" steht in diesem Fall auch wieder dafür, dass die Bereifung ein wenig geländegängiger ist. Der ist zu allererst empfohlen worden. Recht schwer bei guter Qualität und schönem Design. Der Preis liegt leicht über dem Durchschnitt.

Kombikinderwagen: Ja
Maße: H86cm L90cm B56cm
Maße gefaltet: H86cm L53cm B56cm


Gewicht Kinderwagen: 16,5kg
Gewicht Sportwagen: 17,2kg

Räder: Luftkammerräder, abnehmbar

Vorteile: Stiftung Warentest "sehr gut", Griff schwenkbar,

Nachteile: Preis, geringer Lieferumfang

Preis: 600-800€





ABC Design Viper 4
ABC Design Viper 4 und 4S

Hier steht das "S" offiziell für "Style" und meint einfach andere optische Ausführungen (die natürlich Geld kosten). Gewann den Preis zum besten Kinderwagen 2015 und wurde entsprechend viel gekauft und hat lange Lieferzeiten. Der Golf unter den Kinderwagen.

Kombikinderwagen: Ja
Maße: H106cm L76cm B63cm
Maße gefaltet: H48cm L90cm B63cm 

Gewicht Kinderwagen: 16,2kg
Gewicht Sportwagen: 16,8kg

Räder: Lufträder mit Ventil, abnehmbar

Vorteile: Griff höhenverstellbar,

Nachteile: Keine Wickeltasche

Preis: 430-570€



Maxi Cosi Stella
Maxi Cosi Stella

Maxi Cosi, das Tempo unter den Kinderwagen. Mit keiner anderen Marke verbindet man wohl mehr Kindersitze und Kinderwagen. Es ist recht leicht und hat einen minimalen Wendekreis. Man zahlt aber auch für die Marke (die Qualität) mit. Wenig Zubehör bedeute auch "nachkaufen" ist angesagt.


Kombikinderwagen: Ja
Maße: H107cm L93,5cm B55cm
Maße gefaltet: H47,5cm L86,5cm B55cm


Gewicht Kinderwagen: 12,9kg
Gewicht Sportwagen: 13,5kg

Räder: Schaumgefülle Outdoorräder (unplattbar)

Vorteile: Viele Designs, Einkaufskorb inklusive,
Griff höhenverstellbar, sehr wendig
Nachteile: Ohne Wickeltasche, recht teuer

Preis: 650-700€


 


Knorr Noxxter

Knorr Noxxter


Der Noxxter von Knorr Baby war eine späte Entdeckung, er überzeugt durch viel Zubehör und gutes Handling. Er schlägt in unseren Augen im Punkt Qualität den ABC Design und liegt im ähnlichen Preissegment. Die Designs hauen einen nicht grad vom Hocker. 

Kombikinderwagen: Ja
Maße: H110cm L106cm B66cm
Maße gefaltet: H99cm L42cm B66cm


Gewicht Kinderwagen: 16kg 
Gewicht Sportwagen: 16kg

Räder: Luftkammerräder feststellbar, vorne 360Grad schwenkbar

Vorteile: inkl. Tasche, Handschuhe und Schirm
Nachteile: Schwere Babywanne, kein Mückennetz inkl.
Preis: 485-580€






Bergsteiger Capri


Bergsteiger Capri

Auch über den Bergsteiger sind wir spät gestolpert. Eine Fülle von Zubehör bei tollem Preis. Leider leidet auch die Qualität darunter. Er ist durch viel verbautes Plastik aber auch sehr leicht und liefert den Kindersitz für das Auto gleich mit!

Kombikinderwagen: Ja
Maße: H120cm L95cm B58cm
Maße gefaltet: H30cm L95cm B58cm


Gewicht Kinderwagen: 9kg (wow)
Gewicht Sportwagen: K.A.

Räder: Luftreifen feststellbar, vorne 360Grad schwenkbar

Vorteile: Drei Aufsätze im Lieferumfang, inkl. Tasche und Einkaufskorb, Griff höhenverstellbar
Nachteile: Einige Plastikteile

Preis: 260-360€





And the winner is!!!

 

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Der Porsche ... äääh Knorr Noxxter!!! 

Knorr Noxxter



Uns hat nach langem Suche die Kombination vieler Faktoren überzeugt. Er ist weder ein Billo-Modell, das nur auf den Kauffaktor "Geld" aus ist, noch ist er das Modell "Neid am Kinderspielplatz".
Aber genau das haben wir gesucht. Quasi den Kombi unter den Kinderwagen. Er ist einfach praktisch und gleichzeitig bezahlbar. Immerhin sprechen wir über einen Gebrauchsgegenstand, den man (wenn wir mal von zwei Kindern ausgehen) durchschnittlich 5 Jahre braucht.
Er hat einige nette Features, wie die hochschraubbare Babywanne, leichtes Handling und einfaches Zusammenklappen und Auseinanderbauen. Für unseren Alltag mit Hund war uns wichtig, dass die Reifen einiges mitmachen. Die Luftkammerräder vereinen das beste aus beiden Welten. Sie sind nahezu unkaputtbar und gleichzeitig bieten sie eine gute Federung. Die Federung des Wagens selber ist in zwei Stufen zwischen hart und weich verstellbar. Die mitgelieferte Wickeltasche und der große Einkaufskorb zahlen auch auf das Punktekonto "Alltag" ein.

Wir haben ihn jetzt für unter 500€ online bekommen. Viele sagen zwar, man soll beim Händler kaufen - die Garantie und so - und vielleicht rächt sich das auch noch, wir werden sehen.
Mehr dann in einem ausführlichen Erfahrungsbericht.













Donnerstag, 7. April 2016

In der Schwangerschaft

Schon Mensch oder noch Wurm?
Jetzt seid ihr schon ein Team.
Mutter und Kind!
Beide haben sich an den jeweils anderen gewöhnt. Der Bauch wird dicker und runder und so langsam realisiert auch der Mann, dass da demnächst ein neuer, kleiner Erdenbürger kommen wird!
Denn es humpelt und bumpelt immer mehr im Bauch und im Ultraschall sieht man schon mehr als nur einen Shrimp oder ein unförmiges Etwas.
Das Liegen auf dem Bauch ist quasi nicht mehr möglich und plötzlich tut die weh und das spannt und so richtig sexy findet ihr euch vermutlich auch nicht mehr.








Die meisten Männer (und auch Frauen) beginnen ungefähr zu diesem Moment dem Versorger-Hormon zu erliegen. Sie bringen bergeweise Spielzeug, Strampler, Lätzchen, Spieluhren und anderes Zeug nach Hause!
Zeug - Without any Schleichwerbung

Und genau jetzt und keine Sekunde später beginnt die wichtige, klare Trennung zwischen Hundespielzeug und Menschenspielzeug.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber im speziellen Marlon denkt gerne mal, unser Spielzeug (unsere Klamotten) wäre auch sein Spielzeug! Das ist ja furchtbar lustig und süß, wenn er dann so mit dem Socken vom Menschen-Mann oder dem Schal der Menschen-Frau durch den Flur dackelt um einen zu begrüßen. Oder halt die Küchenrolle ... 
Unlustig wird es allerdings, wenn auf der anderen Seite des vermeintlichen Spielzeug ein schreiendes Kleinkind hängt. (Wobei das Bild in meinem Kopf jetzt schon ziemlich lustig ist.)


Gefährlich wird es aber dann, wenn es bei der Lieblingsrassel des Kindes zu Rivalitäten mit dem Hund kommt - weil das nämlich plötzlich auch die Lieblingsrassel vom Hund ist. Marlon kann Brando gegenüber furchtbar zickig werden, wenn es um sein Lieblingsspielzeug geht - oder um Fressen.
Und, liebe jetzt ganz erbost in den Monitor Fluchende:
Natürlich gilt auch das wieder anders herum. Hundespielzeug ist natürlich auch gleichzeig kein Kinderspielzeug! Aber bringt das mal bitte einem dreimonatigem Kleinkind bei. :) Dann doch erstmal anders herum.
Rivalitäten kann man nur dann vorbeugen, wenn Spielzeug klar getrennt wird und dies auch kommuniziert wird. An den Hund UND das Kind!

Ohne dem Artikel Kleinkind und Hund vorgreifen zu wollen, aber genau deshalb sollten Hund und Kind bis zu einem gewissen Alter NIE - auch nicht für 30 Sekunden - alleine in einem Raum, im Garten oder
sonstwo gelassen werden.
Das klingt (auch für mich) im ersten Moment sehr streng und kleinkariert - aber ich denke jeder von euch passt lieber 5000 mal zuviel (wenn das reicht), als einmal zuwenig auf, oder?

Gleichzeitig wird das bei euch auch so langsam die Phase sein, in der ihr anfangt die Wohnung oder das Haus umzugestalten und all die Dinge zu kaufen, die für das Baby benötigt werden.

Auch diese sind für euren Hund neu. Er wird sich einige kritsiche Fragen stellen:

- Was macht denn dieser komische Wickeltisch plötzlich in dem Zimmer?
- Warum darf ich nicht in das Zimmer rein?
- Was ist das für ein komisches vierrädiges Gefährt im Flur?
- Und überhaupt? Warum darf ich nicht mehr auf Mutti rumturnen? Menno!
Komisches Gefährt

Nehmt eurer Fellnase die Angst vor den neuen Gegenständen und macht ihn damit vertraut. Ich selber bin kein Freund davon, den Hund zu 100% aus dem Kinderzimmer zu verbannen. Ich denke, in meiner Begleitung darf er auch hinein. Aber das soll jeder handhaben wie er möchte.

Falls noch nicht in der Frühschwangerschaft geschehen: Man kann wunderbar mit dem Hund üben solange das Kind noch nicht da ist. Man geht mit ihm in das Zimmer, unterbindet das aufnehmen von Spielzeug und übt, dass er das Zimmer ohne Erlaubnis nicht betreten darf. Das macht jetzt umso mehr Sinn, da das Zimmer so langsam fertig sein sollte und alles für den Einzug des neuen Erdenbürgers vorbereitet ist.
Auch der Spaziergang mit Kinderwagen kann nun geübt werden.

Damit kommen wir zum nächsten Thema. Bei einem Chihuahua eventuell weniger von Bedeutung, als bei einem Rudel Doggen: Das Gassi-Gehen kann so langsam ein Problem werden.

Bei stark ziehenden Hunden stellt sich die Frage: Ist das eventuell sogar gefährlich? Wie lange könnt und dürft ihr überhaupt noch auf den Beinen sein?
Hier ist die Leitlinie: "Alles kann nichts muss". Soll heißen, lasst euch von eurem Körper leiten. Wenn es euch zuviel ist, dann sucht euch einen Sitter oder schickt den Menschen-Mann zweimal mehr am Tag vor die Tür.
Wenn solche Dinge schlicht zu anstrengend werden, ist es besser diese in der Schwangerschaft zu lassen. Das gilt ja auch für die Hausarbeit - also warum sollte man hier eine Ausnahme machen.

Man kann ja auch mit dem Sitter oder der Sitterin zusammen spazieren gehen - so müsst ihr nicht ganz auf die Lieblingsmomente des Tages verzichten.




Mittwoch, 6. April 2016

Test Bernsteinketten vs. Zeckenhalsband

Zeckenhalsband auf Mallorca
Ihr kennt das. Meinungen gibt es da draußen wie Sand am Meer. Zu jedem Thema. Gefragt oder ungefragt.

Damals, als wir Marlon und Brando kennengelernt haben, trugen sie auch schon eins, ein Zeckenhalsband! Da ist im ersten Moment überhaupt nichts gegen zu sagen. Schließlich möchte man nicht, dass die Hunde durch einen Zeckenbiss ein doofe Krankheit bekommen oder die Dinger mit ins Haus tragen. Und außerdem, die waren ja von den lieben Leuten von der Tierrettung und konnten damit schonmal per se nichts Schlechtes sein.

Den nächsten Kontakt zum Thema hatten wir dann im Spätsommer 2014. Da kamen die beiden Fellmäuse zu uns nach Deutschland, sie trugen welche - also ließen wir die Dinger erstmal dran und irgendwann, als es langsam kalt und weiß draußen wurde, haben wir sie eben weggeschmissen.
Soweit, sogut...




Zeckenhalsband in NDS

2015: In unserem ersten richtigen Sommer
zusammen mit den Hunden, war das Thema Zecken erstmal noch kein Großes. Als wir die erste Zecke entdeckt haben, sind wir zum Fressnapf oder ins Futterhaus oder ich weiß nicht mehr wohin und haben uns ein Zeckenhalsband für die beiden gekauft.

Wir haben erstmal noch keinen großen Effekt gespürt. Soviele Zecken gibt es ja in Niedersachsen auch nicht.
Es war halt mal eine da, aber wer weiß, wieviele es gewesen wären, wenn wir keins gehabt hätten.

Das ist halt immer so ein bisschen die Gretchenfrage.

Naja, aber es dauert nicht lange (und jetzt sind wir wieder beim "ihr kennt das"), da kommt die Kräuterhexe vom Dorf auf euch zu gelaufen und brüllt schon aus 10 Metern Entfernung etwas von Chemiekeule und Gefahr für den Hund und wie könnt ihr nur??? Ihr Unmenschen!



Marlon mit Zeckenhalsband
Die "Kräuterhexe" kommt im übrigen vom Menschenmann (böser Menschenmann!) - die gab es aber wirklich bei uns! Egal, aber dann unterhält man sich mal mit der einen oder der anderen und guckt mal ins Internet und liest.

Und, unglaublich aber wahr - es gibt wohl kaum ein Thema, das neben Homöopathie, Sterndeutung und Handauflegen so kontorves im Internet diskutiert wird. Na gut, mir fallen noch ein paar ein - egal!
Es ist wirklich unglaublich! Natürlich gibt es auch hier wieder die beiden Lager. Die Kräuterhexenabteilung und die "was hilft, hilft" Abteilung. Wobei das meistens diejenigen sind, die die Dinger verkaufen wollen! :D
Der Deutsche Konsumentenbund gehört im übrigen zur Fraktion Kräuterhexe.

Also haben wir uns entschlossen den ultimativen Selbstversuch zu machen. Also "Zack" her damit und wir schauen dieses Jahr mal was passiert!
Der Menschen-Mann hat gesagt - im schlimmsten Fall sehen die Dinger einfach nur gut aus! Stimmt, das tun sie nämlich.
Wobei - im schlimmsten Fall bekommen die Hunde dieses Jahr ganz viele Zecken! Da legt sich der Menschen-Mann wohl lieber mal ein paar "normale" Zeckenhalsbänder in die Schublade. Nur für alle Fälle! Aber verratet es der Menschen-Frau nicht! ;)
Wir halten euch hier auf dem Laufenden!

Anschaffungstag 04.04.2016 
Aussehen tun die Dinger ja schon mal - aber bringen sie auch was?
Was man aus ästhetischer Sicht schon mal sagen kann ist, dass man sie eher zu klein als zu groß kaufen sollte. Ist zumindest bei unseren so. Sie weiten sich dann doch noch ein Stück.

Unsere sind günstige Dinger von Fressnapf mit einem ganz dünnen Faden. Es gibt allerdings auch stabilerere, z.B. mit Lederband oder Lederverschluss.
Ich habe im Übrigen gelesen, dass die Hersteller die Bernsteinketten Bernsteinketten nennen dürfen, wenn nur ein einziger Stein an der Kette tatsächlich aus Bernstein ist. 1 zu 0 für die Kräuterhexen-Fraktion. HAHA :D


Juni 2016

Also die Bernsteinketten haben nicht sonderlich lange durchgehalten! Wir sind mittlerweile bei einer Kombination aus einem Spot-On von ARDAP und der Zugabe von einem nativen Kokosöl gelandet. 
Das Öl kann man entweder in das Fell reiben oder ganz einfach mit ins Futter geben. 
Die beiden Jungs liebe das Öl übrigens! 

Bisher hatten wir genau eine Zecke! Also ein ziemlich guter Schnitt, wie wir finden. :) 

Wie schützt ihr euch? 
 







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